Autor: andreas (Seite 1 von 4)

Was schützen wir eigentlich, wenn wir die Natur schützen?

Mit mehr als 1000 Quellen, Unmengen an Daten und historischen Bildern zeichnet der Botaniker Peter Poschlod in „Geschichte der Kulturlandschaft“ den Wandel der Natur zur Kulturlandschaft über die letzten 7000 Jahre in Mitteleuropa nach. Wirklich hoch interessant und ein must read für Landwirte, Politikerinnen, Naturschützer und jeden Nachhaltigkeitsinteressierten.

Was schützen wir eigentlich, wenn wir die Natur schützen? Großteils von Menschenhand geschaffene Lebensräume – etwa Heiden oder Magerrasen -, die aus land- und forstwirtschaftlichen Praktiken stammen, die heute immer seltener angewandt werden, weil sie nicht wirtschaftlich sind.

Auch wenn die Kulturlandschaft am stärksten im 20. Jahrhundert verändert wurde, zeigt Poschlod, wie lange Prozesse wie die Sesshaftwerdung, über Jahrhunderte oder Jahrtausende praktizierte extensive Weidehaltung, später die Aufklärung, das Denken in Kategorien wie Nutzen und die darauf folgende Ökononomisierung und nun Bürokratisierung über Jahrhunderte die Landschaft und Artenvielfalt prägten, die wir heute kennen.

Zum Buch.

Ein YouTuber (3,75 Mio. Abos) erklärt seine 12 Einkommensquellen

Wirklich sehenswert für alle, die im Internet arbeiten oder Geld verdienen möchten. Was mich beeindruckte: Wie viel er mit Online-Kursen auf Skillshare macht.

Geld verdienen im Internet

Der Influencer Michi Buchinger verdient 20.000€ netto im Monat. Hat er bei Frühstück bei mir am Sonntag auf Ö3 erzählt.

Hut ab für die Transparenz.

Unternehmen verdienen mit dem Effekt der Werbung viel Geld – weil sie etwa mehr Produkte verkaufen – und da ist es absolut fair, dass Buchinger seinen Anteil daran bekommt.

Auch spannend: Daumen mal Pi kann man für ein Insta-Posting 200€ pro 10.000 Follower verlangen, sagt er. Für Stories etwas weniger. Meistens verkauft er Pakete.

Zahl des Tages

Anteil der USA an der Weltwirtschaft in Dollar, 1960: 40 Prozent
Anteil der USA an der Weltwirtschaft in Dollar, 2022: 25 Prozent

Quelle: Economist

Wer sich erklären muss hat schon verloren

Ich muss sie auf ihrer Gefühlsebene erwischen. Ein Beispiel: 2007 erregte der Fall Arigona Zogaj, die mit ihrer Familie in den Kosovo abgeschoben wurde, Aufsehen. Das Thema spielte später im Bundespräsidentschaftswahlkampf von 2010 erneut eine Rolle. Der Sender ATV ließ die Wirkung eines Interviews mit Fischer (Heinz, Präsidentschaftskandidat, Anm.) damals von uns per sogenannten Perception-Analyzer untersuchen. Das Publikum bestand aus verschiedenen Gruppen, die jeweils Parteien zuordenbar waren. Jede Person hatte einen Drehknopf vor sich, mit dem Zustimmung oder Ablehnung bekundet werden konnte – auf einer ganz emotionalen Ebene.

Zum Thema Zogaj sagte Fischer damals: „Wir können mit Kindern nicht so umgehen.“ Und da sind sogar die FPÖ-Wähler im Publikum, die stark für die Abschiebung waren, in eine emotionale Zustimmung gegangen. Fischer ist das Thema von einer ganz anderen Seite angegangen – nicht über Integrationspolitik, nicht von der rechtlichen Seite her, nicht mit erhobenem Zeigefinger – und er hat damit eine tiefe emotionale Zustimmung ausgelöst. Das gilt in vielen Bereichen: Sobald ich anfange zu erklären, bin ich schon auf der Verliererstraße. Man muss die Leute auf einer Gefühlsebene ansprechen.

Peter hajek in der standard

Das ganze Interview mit Meinungsforscher Peter Hajek.

Wenn Millenials älter werden, werden sie nicht konservativer

Der Text dazu in der FT.

Bernhard Pörksen über Journalismus

Was Journalismus heute sein sollte.

Nötig ist ein Journalismus des zweiten Gedankens, der, unerschrocken und faktenorientiert, um Aufklärung ringt. Der sich nicht im Hype des Augenblicks verliert, sondern dabei hilft, die Großkrisen der Gegenwart besser zu begreifen, Szenarien der Lösung zu präsentieren. Das heißt: weg von der bloß zeitlich bestimmten Aktualität hin zur existenziellen Relevanz und einer mitfühlenden, diskursorientierten Zukunftsgestaltung. Das wäre das Credo für unsere Zeit, denke ich.

Waren die Medien in der Corona- und Ukraine-Krise zu einseitig?

War die Berichterstattung in der Migrations-und Corona-Krise tatsächlich so monolithisch, so undifferenziert? Das trifft so nicht zu. Zum anderen ist Dissens nicht immer gut und ein Konsens nicht prinzipiell verdächtig. Wird ausreichend offen und ausgeruht debattiert? Irgendwann ist der Streit in der Sache dann vielleicht gut begründet entschieden. Und schließlich ist das Vielfalts- und Ausgewogenheitsplädoyer mitunter einfach eine Chiffre für False-Balance-Propaganda.

Dass die Werbefinanzierung von Medien weniger wird, hat auch Nachteile.

Das ist die neue ökonomische Basis vieler Angebote, der Abonnent mit seinen Erwartungen. Die Folge: Publizistische Gesinnungspflege wird in anderer Unmittelbarkeit zum Geschäftsmodell , im Extremfall auch zur ökonomischen Notwendigkeit. Die langfristige Wirkung: Nischenbildung, die Herausbildung medialer Selbstbestätigungsmilieus, Polarisierungseffekte.

Wie kann die Politik Medienförderung sinnvoll gestalten?

Indem sie die Qualitätsfrage, so heikel die auch ist, ins Zentrum stellt, sie jedoch nicht selbst beantwortet, sondern an politikferne Instanzen und tatsächlich unabhängige Expertinnen und Experten delegiert, denen man auch die Vergabe der Inseraten-und Fördergelder überträgt. Die einfache Lehre aus dem gegenwärtigen Fördersystem: Die Verbindung von Politik und Medien ist, erstens, viel zu eng, viel zu direkt. Das schafft ungute Abhängigkeiten. Und zweitens: Bloß formale Kriterien wie die Höhe der Druckauflage sind kein Förderkriterium. Denn bunt bedrucktes Papier ist nicht per se demokratierelevant.

Lest das ganze Interview im Profil.

480 Millionen urbane Inder

Dharavi’s location and fame make it a powerful example of a much bigger problem. India’s cities are home to over a third of its population, or around 480m people, and are the engines of its growth. Yet the poor conditions in which most city-dwellers live, learn and labour are a blight and significant speed limit. Around half live in slums and a third without a connection to piped water, according to the un. In 2016 a third of India’s urban-dwellers lived more than three to a room. In Dharavi’s hutments, as its slum shacks are called, a dozen people to a tiny room is not uncommon. “To live in a proper home, to have a toilet, it is a matter of dignity,” says Raju Korde, an entrepreneur in Dharavi.

Economist

Mehr im Economist.

In China sind es 900 Millionen Menschen, die in Städten leben. In der EU 330 Millionen, in den USA 275 Millionen. (Quelle: Weltbank)

Spenden – 2022

Ich spende einen Teil meines Einkommens. Ich lege das detailliert offen, weil ich andere Menschen mit gutem Einkommen in reichen Ländern wie Österreich oder Deutschland ebenfalls dazu inspirieren möchte.

Hilfsorganisationen, NGOs, Bedürftige

1500 Euro an GiveDirectly
1000 Euro an Malengo
300 Euro Nachbar in Not (Ukraine-Hilfe)
200 Euro an Bettler:innen
= 3000 Euro

Kultur, Initiativen, Medien

300 Euro Radlobby
192 Euro Crowdfunding Meduza
100 Euro Momentum Institut
72 Euro Andererseits
60 Euro Tag Eins
= 724 Euro 

Klima, Umwelt

500 Euro Good Food Institute
= 500 Euro

Das sind heuer in Summe EUR 4.224,-

Dazu kommen noch 330 Euro an Frontier (CO2-Entnahme) als Kompensation für einen Flug. Ich berechne meine Emissionen mit Atmosfair und veranschlage dann einen CO2-Preis von EUR 100,-

Ein 28-jähriger Twitch-Streamer und sein digitales Millionen-Biz