Kategorie: Welt

Zahl des Tages

Anteil der USA an der Weltwirtschaft in Dollar, 1960: 40 Prozent
Anteil der USA an der Weltwirtschaft in Dollar, 2022: 25 Prozent

Quelle: Economist

Wenn Millenials älter werden, werden sie nicht konservativer

Der Text dazu in der FT.

Bernhard Pörksen über Journalismus

Was Journalismus heute sein sollte.

Nötig ist ein Journalismus des zweiten Gedankens, der, unerschrocken und faktenorientiert, um Aufklärung ringt. Der sich nicht im Hype des Augenblicks verliert, sondern dabei hilft, die Großkrisen der Gegenwart besser zu begreifen, Szenarien der Lösung zu präsentieren. Das heißt: weg von der bloß zeitlich bestimmten Aktualität hin zur existenziellen Relevanz und einer mitfühlenden, diskursorientierten Zukunftsgestaltung. Das wäre das Credo für unsere Zeit, denke ich.

Waren die Medien in der Corona- und Ukraine-Krise zu einseitig?

War die Berichterstattung in der Migrations-und Corona-Krise tatsächlich so monolithisch, so undifferenziert? Das trifft so nicht zu. Zum anderen ist Dissens nicht immer gut und ein Konsens nicht prinzipiell verdächtig. Wird ausreichend offen und ausgeruht debattiert? Irgendwann ist der Streit in der Sache dann vielleicht gut begründet entschieden. Und schließlich ist das Vielfalts- und Ausgewogenheitsplädoyer mitunter einfach eine Chiffre für False-Balance-Propaganda.

Dass die Werbefinanzierung von Medien weniger wird, hat auch Nachteile.

Das ist die neue ökonomische Basis vieler Angebote, der Abonnent mit seinen Erwartungen. Die Folge: Publizistische Gesinnungspflege wird in anderer Unmittelbarkeit zum Geschäftsmodell , im Extremfall auch zur ökonomischen Notwendigkeit. Die langfristige Wirkung: Nischenbildung, die Herausbildung medialer Selbstbestätigungsmilieus, Polarisierungseffekte.

Wie kann die Politik Medienförderung sinnvoll gestalten?

Indem sie die Qualitätsfrage, so heikel die auch ist, ins Zentrum stellt, sie jedoch nicht selbst beantwortet, sondern an politikferne Instanzen und tatsächlich unabhängige Expertinnen und Experten delegiert, denen man auch die Vergabe der Inseraten-und Fördergelder überträgt. Die einfache Lehre aus dem gegenwärtigen Fördersystem: Die Verbindung von Politik und Medien ist, erstens, viel zu eng, viel zu direkt. Das schafft ungute Abhängigkeiten. Und zweitens: Bloß formale Kriterien wie die Höhe der Druckauflage sind kein Förderkriterium. Denn bunt bedrucktes Papier ist nicht per se demokratierelevant.

Lest das ganze Interview im Profil.

Weniger Republikaner:innen wollen Trump

Mehr hier.

Der Einfluss der Geldpolitik

In each of the five worst weeks for American stocks in 2022, shares plunged by about 5%. All of them took place immediately before or after a Fed meeting.

The economist

Zum Beitrag.

300 Tage Krieg

„Gäbe es das ukrainische Militär nicht, gäbe es die Ukraine als Staat nicht mehr.“

John Mearsheimer über Putins Ambitionen

In chaotischen Zeiten ist es wichtig, möglichst viele fundierte Seiten zu hören. Die Sicht von John Mearsheimer, Professor für Internationale Politik an der Universität Chicago, widerspricht den – ebenfalls fundierten – gängigen Erzählungen. Sie ist es wert gehört zu werden.

No, I’ve thought from the beginning that this conflict is all about balance-of-power politics. The conventional wisdom in the United States is that it’s not about balance-of-power politics, and, in fact, Putin is an imperialist who is interested in conquering Ukraine for the purpose of making it part of a greater Russia. I don’t think that is the case. I don’t think he had or has imperial ambitions. What motivates him is fear of Ukraine becoming a part of NATO.

John Mearsheimer im NEW YORKER

Hier das ganze Interview im New Yorker.

Realist Walt zum Ukraine-Krieg.

The United States’ foreign-policy establishment doesn’t like admitting it’s made mistakes, and pinning all the blame for the war on Putin is a “get out of jail free” card that absolves proponents of NATO enlargement of any role in this tragic turn of events. Putin clearly bears enormous personal responsibility for this illegal and destructive war, but if prior Western actions made his decision more likely, then Western policymakers are not blameless.

Stephen walt

Der Text von Stephen Walt in Foreign Policy ist äußerst lesenswert.